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Digitale Gewalt

Redaktion MEDIENDISKURS

Digitale Gewalt hat viele Namen und noch mehr Formen. Oft ist sie die Fortsetzung analoger Gewalt unter digitalen Bedingungen. Manche Übergriffe verlagern sich ins Netz, andere entstehen erst durch die Dynamiken digitaler Medien: Öffentlichkeit, Dauerhaftigkeit und schnelle Verbreitung. Die folgende Auswahl gibt einen Einblick in die Vielfalt digitaler Gewalt – von Catfishing über Sextortion bis zu Terrorgram.

Printausgabe mediendiskurs: 30. Jg., 1/2026 (Ausgabe 113), S. 22-25

Vollständiger Beitrag als:


Catfishing
Eine Onlinetäuschung, bei der sich Personen mit fremden Bildern und Identitäten als jemand anderes ausgeben, um gezielt Beziehungen aufzubauen.

Cyberflashing
Eine Form sexueller Belästigung, bei der unaufgefordert sexualisierte Inhalte über digitale Medien versendet werden.

Cybergrooming
Die gezielte Anbahnung sexuellen Kontakts mit Minderjährigen über das Internet. Täter:innen geben sich häufig als Gleichaltrige aus, um Vertrauen zu gewinnen.

Cybermobbing
Eine digitale Form von Mobbing, bei der Personen über soziale Netzwerke, Messengerdienste oder andere Plattformen beleidigt, bedroht, bloßgestellt oder belästigt werden.

Cyberstalking
Eine Form digitaler Gewalt, bei der Betroffene mittels digitaler Technologien verfolgt, überwacht und belästigt werden. Häufig werden auch persönliche Informationen veröffentlicht.

Deepfake (im Kontext von Gewalt)
Eine mithilfe von Bildbearbeitung oder künstlicher Intelligenz manipulierte Bild-, Ton- oder Videoaufnahme, die real wirkt und etwa für Deepfake-Pornografie genutzt werden kann.

Digitale Gewalt
Das Ausüben von Gewalt im digitalen Raum oder mittels digitaler Technologien, häufig eine Ausweitung, Ergänzung oder Verstärkung von analoger Gewalt. In digitaler Gewalt setzen sich bestehende Machtverhältnisse und patriarchale Muster fort, sodass Frauen überproportional häufig betroffen sind.

Digitales Gaslighting
Der Versuch, Menschen mithilfe digitaler Medien gezielt zu verunsichern oder ihre Wahrnehmung infrage zu stellen, etwa durch manipulierte Kommunikation oder Kontrolle digitaler Geräte.

Dogpiling
Koordinierte oder massenhafte Angriffe vieler Nutzer:innen auf eine Person, meist in Form von Beleidigungen oder Drohungen.

Doxing
Das gezielte Sammeln und Veröffentlichen persönlicher Informationen, um Betroffene einzuschüchtern oder zu schädigen.

Happy Slapping
Das Filmen und Verbreiten von Gewalthandlungen im digitalen Raum.

Hatespeech
Abwertende, diskriminierende oder hetzerische Äußerungen gegenüber Personen oder Gruppen im digitalen Raum, häufig anonym.

Image-based sexual abuse (IBSA) / „Rachepornos“
Die nicht einvernehmliche Erstellung, Manipulation oder Verbreitung intimer Bild- und Videoaufnahmen. Dazu zählen auch das Androhen einer Veröffentlichung sowie KI-generierte Inhalte wie Deepfake-Pornografie. Der Begriff „Racheporno“ ist irreführend, da er individuelle Motive suggeriert und den Gewaltcharakter verharmlost.

Manosphere
Lose Onlinenetzwerke, in denen antifeministische und frauenfeindliche Ideologien verbreitet werden. Häufig verbunden mit regressiven Geschlechterbildern und manchmal extremistischen Diskursen.

Sextortion
Täter:innen verschaffen sich intime Fotos oder Videos einer Person, um diese damit zu erpressen.

Stalkerware
Eine Überwachungssoftware, die ohne Wissen der betroffenen Person installiert wird, um etwa Standort, Kommunikation oder Gerätezugriffe auszuspähen. Sie kommt häufig im Kontext von Partnerschaftsgewalt zum Einsatz.

Swatting
Die absichtliche Falschmeldung bei Polizei oder Notdiensten, die zu einem Großeinsatz führt.

Terrorgram
Ein Netzwerk rechtsextremer und terroristischer Inhalte auf der Plattform Telegram.