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„Der Wunsch, gut auszusehen, ist kein neues Phänomen.“

Gespräch mit Nuri Alamuti

Ästhetische Eingriffe + Medien | Die Zahl ästhetischer Eingriffe nimmt weiter zu – angetrieben von gesellschaftlichem Druck, der Dynamik sozialer Medien sowie Formaten rund um Beauty- und Schönheitsoperationen. Häufig kommen dabei Botox und Hyaluron zum Einsatz. Seit dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 31. Juli 2025 fällt die Hyaluronbehandlung jedoch nicht mehr unter „ästhetische Veränderungen“, sondern wird den operativen plastisch-chirurgischen Eingriffen zugeordnet und unterliegt damit strengeren Werberegulierungen in den Medien. mediendiskurs sprach mit Dr. med. Nuri Alamuti, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, über die Risiken der Behandlungen, über Schönheitsideale und die Frage, warum medienaffine Ärzt:innen nicht zwangsläufig die besten ihres Fachs sind.

 

Zwischen Skalpell, Selbstbild und System

Sibylle Kyeck

Beauty-Formate | Schönheit ist im Fernsehen längst kein bloßes Thema mehr – sie ist ein System. Sie strukturiert Erzählungen, organisiert Aufmerksamkeit und definiert, wer sichtbar wird und wer nicht. Wer im Jahr 2026 durch Programme und Mediatheken scrollt, sieht dort nicht einfach Menschen, sondern kuratierte Körper: bearbeitet, bewertet, verbessert – oder zumindest auf dem Weg dorthin. Beauty ist keine Oberfläche mehr, sondern Teil einer medialen Infrastruktur, die sich selbst permanent reproduziert.

Make-Up, Made Up, Fed Up?

Stephan Dreyer

Kennzeichnungspflicht | Kennzeichnungen für manipulierte und KI-Bilder wirken nicht in jedem Kontext gleich. Die Wirkungsforschung zu retuschierten Schönheitsdarstellungen zeigt, dass Disclaimer den sozialen Vergleich eher verstärken als unterbrechen. Dieser Bumerang-Effekt scheint aber eine Eigentümlichkeit des Beauty-Kontexts zu sein und lässt sich nicht pauschal auf die KI-Kennzeichnungs­pflichten des AI Act übertragen: Nicht jedes Kennzeichen wirkt in jedem Kontext gleich.

 

Aussehen und Partnerwahl

Joachim von Gottberg

Partnerwahl | Das Aussehen spielt bei der Partnerwahl eine entscheidende Rolle, auch wenn wir das als Partnersuchende ungern zugeben. Das Äußere ist das, was wir zuerst von Menschen wahrnehmen, und wir reagieren darauf sekundenschnell, ohne dass uns das immer bewusst ist: Wir sind von einer Person angezogen, abgestoßen oder empfinden sie als neutral und nehmen sie kaum zur Kenntnis.

Wer ist „that girl“?

Eva Lütticke

Selbstoptimierung | Wie sieht ein gelungenes, vielleicht sogar perfektes Leben aus? Schaut man auf TikTok, Instagram & Co., scheinen sich viele Menschen einig zu sein: Ein solches Leben ist produktiv, der Selbstoptimierung gewidmet und besteht aus nicht endenden To-do-Listen. Unter dem Hashtag #thatgirl finden sich allein auf Instagram über 1,2 Mio. Beiträge, auf TikTok wurden Inhalte mit dem Hashtag über 16 Mrd. Mal aufgerufen.

Wer schön sein will, muss filtern

Jenni Zylka

Beautyfilter | In der FaceApp lassen sich verschiedene sogenannte „Schönheitsfilter“ auf ein Selfie legen. Mit „Kuss“ hat man einen Mund wie Angelina Jolie, mit „Hollywood 2“ sieht man aus wie ein 16-jähriges Love Child zwischen Jessica Biel und dem virtuellen Popstar Hatsune Miku. Und mit „Seide“ verschwindet alles im Gesicht, was über 25 ist.

 

Körperbilder – so alt wie das Kino selbst

Werner C. Barg

Kino | Körperbilder sind so alt wie die Bildenden Künste und die Fotografie. Der Beitrag arbeitet anhand historischer und aktueller Filmbeispiele Facetten der Darstellung des menschlichen Körpers heraus, die von jeher konstitutiv für Schaulust und Kinofaszination waren.

Barbie

Jana Papenbroock

Kino | Der Film Barbie überträgt progressive feministische Botschaften in den Blockbusterbereich. Sein aggressives Marketing und die globalen Implikationen des als Mega-Event inszenierten Films für Arbeiterinnen und Umwelt bringt den Feminismus jedoch mitnichten voran.


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„Das Leben ist chaotisch und kompliziert.“

Jan Bojaryn

Games + Selbstoptimierung | Folge diesen simplen Schritten für ein Happy End: Das autobiografische Videospiel Consume Me von Jenny Jiao Hsia und AP Thomson erzählt zugespitzt von einer Jugend zwischen Selbstoptimierung und Essstörung. Einfachen Lösungen verweigert es sich.