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Tilmann P. Gangloff
Film | Seit „MeToo“ haben sich Filme sichtbar verändert: Zumindest seriöse Produktionen verzichten auf den typisch männlichen voyeuristischen Blick. Sinnfreie Duschszenen mit der Hauptdarstellerin sind Vergangenheit, Sexszenen werden von Intimacy Coaches koordiniert. Diese Entwicklung lässt sich auch statistisch belegen: Kinofilme zeigen deutlich weniger Sex als früher, dafür aber wieder mehr Gewalt.

Im Cyberbrothel können Kund*innen mit lebensechten Sexpuppen interagieren, kombiniert mit VR-Erotikspielen. In den immersiven Sessions wird – je nach Angebot und Wunsch – auch KI für die Kommunikation zwischen Puppe und Kund*in genutzt. Im Gespräch mit mediendiskurs berichtet Matthias Smetana, Teilhaber des Hotels, von den Herausforderungen und gibt einen Einblick in den Alltag des Bordells.

KI-gesteuerte Sexroboter erfassen Nutzerdaten, um menschliche Interaktion zu simulieren. Die Juristin und Philosophin Iris Phan untersucht die ethischen und rechtlichen Fragen dieser Technologie.

Obwohl Pornoseiten zur Alterskontrolle verpflichtet sind, umgehen viele ausländische Anbieter diese Vorgabe. In Deutschland betrifft Pornosucht etwa eine Million Menschen. Dr. Rudolf Stark, Professor für Psychotherapie und Systemneurowissenschaft, leitet ein Projekt, das Pornosüchtige therapieren soll.

Bei sexueller Bildung geht es oft nicht nur um das Thema selbst, sondern auch um persönliche Involviertheit. Der Diskurs polarisiert. Besonders kontrovers werden die Themen um sexuelle Identität, Geschlecht, LGBTQIA+ und Mediennutzung diskutiert. Lehrkräfte und Menschen in sozialen Berufen fehlt es an zeitgemäßer Ausbildung, sie fühlen sich mit den Herausforderungen in der Praxis alleingelassen und „politisch riskiert“. Dabei drängt es, dass gerade diese Personengruppe fundierte Kompetenz ausbildet und Haltung im Diskurs zeigt!

Gelingende Sexualität ist keine Selbstverständlichkeit. Wissen und Handlungskompetenzen sind gefragt, um die eigenen sexuellen Bedürfnisse und Grenzen zu erkennen, ein individuell passendes Sexualleben zu gestalten, mit unvermeidbaren sexuellen Problemen und Konflikten fertigzuwerden und an sexueller Kultur und Sexualpolitik kundig zu partizipieren. Sexuelle Bildungsangebote wollen hierbei unterstützen. In sozialen Medien findet man sie in großer Menge und Vielfalt, allerdings auch in sehr heterogener Qualität.

Trotz Dating-Apps und frei verfügbarer Pornografie haben Menschen weniger Sex. In Alles kann, nichts läuft untersucht Psychologin Dr. Juliane Burghardt, warum sexuelle Aktivitäten rückläufig sind – trotz idealer Bedingungen. Sind Medien die Ursache?

Sexualisierung und Sexismus gehören zum Standardrepertoire von Musikclips. Musikerinnen eignen sich den männlichen Blick an und präsentieren die Stilisierung zum Sexobjekt als Selbstermächtigung.

Gesellschaftliche und mediale Repräsentation beeinflussen die Akzeptanz sexueller Vielfalt, besonders bei jungen Menschen. Eine Studie untersucht, wie sich die Darstellung von Nichtheterosexualität in Gute Zeiten, schlechte Zeiten über drei Jahrzehnte verändert hat.

Leonie Zilch: Erregende Dokumente. Pornografie und dokumentarische Autorität
Manuel Bolz, Christine Künzel (Hrsg.): Rape and Revenge. Rache-Kulturen und sexualisierte Gewalt in intermedialer Perspektive
Rita Steffes-enn, Nahlah Saimeh, Peer Briken (Hrsg.): Sexueller Kindesmissbrauch und Missbrauchsabbildungen in digitalen Medien
Nathan Schocher: Der transgressive Charakter der Pornografie. Philosophische und feministische Positionen
Gespräch mit Anja Schmidt
Die Juristin Dr. Anja Schmidt leitet das DFG‑Forschungsprojekt „Pornographie und sexuelle Selbstbestimmung“ und forscht zu bildbasierter sexueller Gewalt. mediendiskurs sprach mit ihr über Reformbedarfe im Sexualstrafrecht und darüber, ob der Pornografiebegriff noch zeitgemäß ist.
Carolin Wenzel, Celia Ruppert
Seit den 1980er-Jahren schafft die Pornografiebranche Inhalte für eine weibliche Zielgruppe als Gegenentwurf zur Mainstreampornografie. Doch kann sich feministische Pornografie von Geschlechterstereotypen lösen?
Christian Richter
Über den Versuch eines TV-gerechten Porno-Castings, das nicht pornografisch sein durfte.
Tilmann P. Gangloff
Bei Dreharbeiten gibt es Experten für Stunts, Zweikämpfe und Tänze; nur bei intimen Szenen wurden Schauspieler lange alleingelassen. Das ändert sich gerade: Wenn britische und amerikanische Serien Sexszenen enthalten, ist die Anwesenheit eines „Intimacy Coordinators“ mittlerweile fast eine Selbstverständlichkeit.
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