Der Tabubruch
Von der medialen Inszenierung des vermeintlichen Sakrilegs
Alexander Grau
Der Tabubruch genießt ein höchst zwiespältiges Renommee. Einerseits wird er schnell beklagt, andererseits permanent gefordert. Die Ursache für dieses scheinbar ambivalente Verhältnis unserer Kultur zum Tabu liegt in seiner Rezeptions- und Kulturgeschichte. Sie ermöglicht die mediale Simulation des Regelverstoßes, der vorgibt, Unerhörtes zu tun, tatsächlich aber nichts anderes macht, als alltägliche Normüberschreitungen zu Tabus zu stilisieren, um sie dann umso effektvoller brechen zu können.
Printausgabe tv diskurs:
14.
Jg., 4/2010
(Ausgabe
54), S. 34-39
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