Gespräch mit Stephan Dreyer
KI & Jugendmedienschutz | Automatisierte Bewertungssysteme können den Jugendmedienschutz entlasten, vorausgesetzt, sie funktionieren zuverlässig und erfüllen klare Qualitätsstandards. Solche Standards zu entwickeln, war ein Ziel des Modellversuchs der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) und der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) unter Beteiligung der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Dr. Stephan Dreyer gehörte der Pilotgruppe des Modellversuchs an und hat den umfangreichen Kriterienkatalog mitentwickelt. Im Gespräch mit mediendiskurs spricht der Medienjurist über die Prozesse und Herausforderungen, die sich dabei stellten. Er erklärt, warum Systeme bewusst „strenger“ eingestellt werden – und bei welchen Redewendungen selbst eine KI ins Stolpern gerät.

Social Media + Jugendmedienschutz | In den USA gab es in mehreren Bundesländern Klagen gegen Meta: Der Konzern würde Minderjährige bewusst durch Algorithmen an die Plattform binden und so süchtig machen. Jetzt hat Meta nachgegeben und in einem Vergleich versprochen, für den Jugendschutz Sicherungsmaßnahmen einzuführen.
![Lothar Mikos: Im Kreisverkehr gefangen: die Medienbildung. Ein Meinungsbeitrag (Bild: Matt Seymour/Unsplash (bearbeitet mit KI [ChatGPT]) Kreisverkehrschild](/data/_processed_/b/b/csm_Lothar_Medienbildung_klein_78bf781b4a.png)
Meinungsbeitrag | In einer geschwätzigen Gesellschaft wird viel geredet, geschrieben und gesendet. Das liegt auch daran, dass „die (unsozialen) Medien“ und „die Plattformen“ 24 Stunden am Tag immer wieder Neues und Altes zu berichten wissen, weil sie denken, dass sie es müssen. Leider wird über all dem Gerede vergessen zu handeln, oder es wird vorschnell, ohne zu denken, gehandelt, obwohl man es besser wissen könnte oder müsste.

Games + Demokratie | In seiner Rede bei der Gamescom unterstrich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bedeutung von Games als Vermittler historischen Wissens und politischer Bildung. Wie also können Computerspiele ganz konkret dazu beitragen, den demokratischen Diskurs zu stärken – und wo liegen die Risiken?

Medienkompetenz | In einem wissenschaftlich begleiteten Experiment haben sich 100 Schülerinnen und Schüler einer integrierten Gesamtschule drei Wochen lang digital abgenabelt. Der SWR dokumentiert den Versuch in der Serie Schule ohne Smartphone.

Social Media | Welche Rolle spielen soziale Medien bei der Sozialisation junger Menschen? Neben der Familie, der Schule und anderen Sozialisationsinstanzen eine zunehmend prägende, sagt Prof. Dr. habil. Nina Kolleck.

Dokumentarfilm | Ein Blick in die Programme der TV-Mediatheken, der Streamingdienste und sogar der Kinos zeigt: Es gibt einen stetig wachsenden Trend zum Dokumentarischen. Der Beitrag geht dem nach.

Games | Auf den ersten Blick könnte es einfach sein: Populäre Videospiele und Kinofilme haben große Schnittmengen bei Themen, Ton und Publikum. Doch für sehr lange Zeit scheiterten die meisten Versuche, das eine ins andere zu adaptieren. Langsam, aber sicher hat sich die Lage deutlich geändert.

TV-Unterhaltung | Der Dokumentarfilm Was haben wir gelacht (Kinostart: 16. Juli) blickt aus weiblicher Perspektive auf die Rolle der Frau in der Fernsehunterhaltung der 1990er- und 2000er-Jahre. Viele Ausschnitte zeigen, wie misogyn und homophob diese Zeit war. Im Interview erzählt Bettina Böttinger von ihren Erfahrungen.
Anna-Maria Nothelfer:
Bildung und Medialität. Entwurf einer kritisch-gestalterischen Medienbildung (Barbara Budrich)
Thorsten Benkel/Ekkehard Coenen (Hrsg.):
Wissen und Gewalt (Beltz|Juventa)
Kerstin Michalik/Katrin Alt (Hrsg.):
Mensch, Maschine – Menschmaschine? Philosophieren mit Kindern über KI, Roboter und ChatGPT (kopaed)
Sandra Pahr-Hosbach/Pia Schembecker/Romina Wolf:
Der Einfluss sozialer Medien auf Körperwahrnehmungsstörungen (Springer)
Jan Siefert:
Geschichtsvermittlung in digitalen Spielen. Mechaniken zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Didaktik (transcript)

Körperbilder + Medien | Was sind Körperwahrnehmungsstörungen? Das Sprechen darüber hat in den letzten Jahren an Konjunktur gewonnen. Dabei weist das Störungsbild eine mehr als hundertjährige Geschichte auf, die uns auch etwas über den Umgang mit Medien verrät.

Ästhetische Eingriffe + Medien | mediendiskurs sprach mit Dr. med. Nuri Alamuti, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, über die Risiken von Schönheitsoperationen, über Schönheitsideale und die Frage, warum medienaffine Ärzt:innen nicht zwangsläufig die besten ihres Fachs sind.
Mit Beiträgen von

Beauty-Formate | Schönheit ist im Fernsehen längst kein bloßes Thema mehr – sie ist ein System. Sie strukturiert Erzählungen, organisiert Aufmerksamkeit und definiert, wer sichtbar wird und wer nicht. Wer im Jahr 2026 durch Programme und Mediatheken scrollt, sieht dort nicht einfach Menschen, sondern kuratierte Körper: bearbeitet, bewertet, verbessert – oder zumindest auf dem Weg dorthin. Folgender Beitrag analysiert Beauty-Formate aus Perspektive des Jugendmedienschutzes.

Kennzeichnungspflicht | Kennzeichnungen für manipulierte und KI-Bilder wirken nicht in jedem Kontext gleich. Die Wirkungsforschung zu retuschierten Schönheitsdarstellungen zeigt, dass Disclaimer den sozialen Vergleich eher verstärken als unterbrechen. Dieser Bumerang-Effekt scheint aber eine Eigentümlichkeit des Beauty-Kontexts zu sein und lässt sich nicht pauschal auf die KI-Kennzeichnungspflichten des AI Act übertragen: Nicht jedes Kennzeichen wirkt in jedem Kontext gleich.

Medien + Ethik | Medienethische Fragen spielen im Jugendschutz eine wichtige Rolle. Das zeigt sich nicht nur bei der Forderung nach einem Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche, sondern auch in aktuellen Debatten um Deepfakes. Wie reagiert die Medienethik auf solche Debatten und technologischen Entwicklungen? Hat sie Antworten auf Fragen, die sich durch Algorithmen, Bildmanipulationen, Deepfakes und KI ergeben?

Altern + Medien | Die Lebenswelt wird digitaler, die Gesellschaft „grauer“, d. h. mit dem demografischen Wandel im Schnitt immer älter. Ob und wie das zusammengeht, darum geht es in diesem Beitrag.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk | Der Journalist Tilo Bernhardt plädiert mit seinem Buch Sieben Vorschläge für einen besseren öffentlich-rechtlichen Rundfunk für eine dringende Reform von ARD und ZDF. Im Interview analysiert er, warum die seiner Ansicht nach allzu einseitige Berichterstattung etwa über Corona oder den Ukraine-Krieg viele Menschen der AfD geradezu in die Arme getrieben hat.

Serie | In PLUR1BUS nimmt Vince Gilligan seine Zuschauer:innen mit auf eine Reise in eine dystopische, nicht allzu ferne Zukunft und erzählt mit cineastischen Bildern und in langsamen Tempo von einer Welt, in der die großen Probleme zwar gelöst sind, aber das Individuum ausgelöscht wurde. Damit adressiert die Serie eindrücklich eine Reihe ganz aktueller gesellschaftlicher Fragen.

Games + Selbstoptimierung | Folge diesen simplen Schritten für ein Happy End: Das autobiografische Videospiel Consume Me von Jenny Jiao Hsia und AP Thomson erzählt zugespitzt von einer Jugend zwischen Selbstoptimierung und Essstörung. Einfachen Lösungen verweigert es sich.

Kinder- und Jugendfilm | Bei der Berlinale 2026 wurden in der Sektion „Generation" Kplus 41 Kurz- und Langfilme präsentiert, die einen genaueren Blick auf den Kinder- und Jugendfilm abseits des Kinomainstreams ermöglichten. Mit dieser Sektion, gibt die Berlinale einer besonders kinoaffinen Zielgruppe die Möglichkeit zu einer diverseren Filmsozialisation.

Film | Der Beitrag beleuchtet anhand aktueller Filme im Kino und Stream, wie Filmemacher in ihren Erzählungen die gegenwärtigen gesellschaftlichen Veränderungen und Krisenzustände thematisieren, kommentieren und zu bewältigen versuchen.

KI + Regulierung | Innovationen bei Kommunikationsmedien gab es immer. Aber noch nie hat sich eine Technik so schnell entwickelt wie aktuell die Künstliche Intelligenz. Im Interview spricht Prof. Michael Schwertel über algorithmische Zukunftszenarien, die Chancen und Risiken für Nutzende sowie Verbote und Teilhabe.

Games + Medienkompetenz | Medienkompetenz lässt sich auch spielerisch fördern: zum Beispiel mit Lernspielen (Serious Games), die Themen wie Cybermobbing oder Datenschutz interaktiv erfahrbar machen. Ein Gespräch mit der Mediendidaktikerin Dr. Lisa König – und ein Listicle mit Spielempfehlungen.
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