Aktuelle Themen:
GEWALT | ALTERSVERIFIKATION | KI | SOCIAL MEDIA
Gespräch mit Theo Parker
ADHS & Social Media | Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird auf Social Media neu verhandelt: Zwischen Selbstdiagnosen, „Superpower“-Erzählungen und Community-Begriffen entstehen Deutungsräume, die weit über die medizinischen Kriterien hinausreichen. Psychologe und Autor Theo Parker erklärt im Interview, warum diese Entwicklungen zugleich empowern und verzerren können, weshalb Diagnosen oft mehr beschreiben als erklären – und wieso eine kritischere Sprache über Neurodivergenz dringend nötig ist.

Medienbildung | Die Rechtsanwältin Gesa Gräfin von Schwerin klärt mit ihrem Präventionsprojekt „Law4School“ Schüler:innen, Eltern und Lehrkräfte über Rechte und Pflichten im digitalen Raum auf. Im Gespräch mit mediendiskurs wird deutlich, dass das Thema „digitale Gewalt“ in der Bildungspolitik, insbesondere in der Lehramtsausbildung, bislang kaum berücksichtigt wird.

Mediennutzung | Gewaltdarstellungen, sexualisierte Inhalte, Mobbing und Hassrede treffen im Social Web zunehmend auf jüngere Internetnutzende. Meist bewegen sie sich dabei ohne Begleitung auf den Plattformen. Eine Befragung von 437 Kindern im Alter von 8 bis 15 Jahren zeigt, wie sie mit den Inhalten umgehen. Viele von ihnen fühlen sich auf das, was ihnen online begegnet, nur unzureichend vorbereitet.

KI + Gesundheit | Psychische Erkrankungen nehmen vor allem bei Jugendlichen rasant zu. Therapieplätze sind allerdings knapp. Für viele sind deshalb digitale Hilfsangebote ein Versuch, auch ohne ärztliche Hilfe psychische Krisen zu überwinden. Ergänzend bieten zahlreiche mehr oder weniger qualifizierte Fachleute in den sozialen Netzwerken ihre Hilfe an. Das kann aber zum Problem werden.

Mediennutzung | Dr. Marc Jan Eumann ist Direktor der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Seit vielen Jahren publiziert Marc Jan Eumann zu Aspekten der Medienregulierung, zur digitalen Gesellschaft und zur Zukunft des Journalismus. Der mediendiskurs-Redaktion hat er verraten, was er sich im TV immer wieder ansehen kann und wann er auf jeden Fall weiterzappt.

Streaming | Auf einer internationalen Tagung in Bologna diskutierten über 100 Medienwissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftler die tiefgreifenden Veränderungen von Film und Fernsehen im Zeitalter des Streamings. Im Mittelpunkt standen Plattformen wie Netflix, aber auch lokale Anbieter. Der Bericht gibt Einblick in aktuelle Trends und Forschungsperspektiven.

MMA | „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“, heißt es beim englischen Philosophen Thomas Hobbes. Weil das so sei, schrieb der Mann im Jahr 1642, müssten selbst „die Guten bei der Verdorbenheit der Schlechten ihres Schutzes wegen die kriegerischen Tugenden, die Gewalt und die List, d. h. die Raubsucht der wilden Tiere, zu Hilfe nehmen.“ (Hobbes 1918) Mit anderen Worten: Wenn es ernst wird, wendet der Mensch Gewalt an. Man schlägt zu.

Film | Der Actionfilm gilt als körperzentriertes Kino, in dem Konflikte spektakulär ausgetragen werden, und bewegt sich im Diskurs zwischen Kulturkritik, Theorie, Filmgeschichte und Politik. Aber ist der Actionfilm wirklich auch ein Genre?

Animation + Kinderfilm | Wer hierzulande Fiction und Animation für Kinder herstellt, muss einen langen Atem haben. Die Produktionsbranche hat ohnehin das Gefühl, dass ihr Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Leistung des Landes nicht ausreichend gewürdigt wird, aber Produktionen für die jüngste Zielgruppe werden auch bei der Förderung nicht angemessen unterstützt.
Rache fasziniert als soziales, kulturelles und psychologisches Phänomen. Sie bewegt sich im Spannungsfeld von Schmerz, Gerechtigkeit und Gewalt, zwischen spontaner Emotion und öffentlicher Inszenierung.
mediendiskurs untersucht, weshalb Vergeltung und Gewalt eine so nachhaltige Faszination ausüben und wie sie in medialen und sozialen Kontexten auf unterschiedlichste Weise verhandelt werden. Rache erscheint dabei nicht nur als Handlungsmotiv, sondern auch als kultureller Reflex auf Macht, Ungerechtigkeit und das Bedürfnis nach Ordnung. So sind Racheszenarien in den Medien immer auch ein Spiegel ihrer Zeit und offenbaren, wie in Gesellschaft und Öffentlichkeit gerade über Gerechtigkeit, Verantwortung und emotionale Gewalt gedacht wird.

Medien + Gewalt | Das Gewaltniveau und die Gewaltakzeptanz in der Gesellschaft sind in den letzten Jahren gestiegen, konstatiert Prof. i. R. Dr. Jürgen Grimm. Welche Rolle dabei die Medieninhalte spielen und inwiefern ihre Wirkungen sich verändert haben, hat mediendiskurs mit ihm besprochen.

Desinformation | Desinformation ist kein neues Phänomen, doch im digitalen Zeitalter erhält sie neue Bedeutung. Jeanette Hofmann zeigt, warum das gängige Narrativ von verführten Wähler:innen zu kurz greift, welche Rolle populistische Politik und Polarisierung spielen und weshalb Desinformation weniger Täuschung als Ausdruck politischer Strategien ist.
Lisa Waldenburger: Resonanz und Entfremdung auf Facebook. Möglichkeiten und Voraussetzungen digitaler Weltbeziehungen (L. Mikos)
J. Kretzschmar, M. Beiler, U. Krüger, F. Döring: Von Lügenpresse und abgehobenen Eliten. Journalismus- und Demokratievertrauen in Sachsen (C. Töpper-Ko)
Sandra Fleischer/Daniel Hajok (Hrsg.): Medienerziehung in der digitalen Welt. Grundlagen und Konzepte für Familie, Kita, Schule und Soziale Arbeit
Agnes Bidmon: Dokufiktionales Erzählen. Narrative Liminalität in der Gegenwartsliteratur (J. Friedmann)
Michaela Kramer/Lilli Riettiens/Konstanze Schütze/Christina Vollmert (Hrsg.): Bildung des Narrativen. Transdisziplinäre Perspektiven auf transmediales Erzählen [in] der Postdigitalität. (L. Mikos)

Jugend + Gewalt | Immer häufiger geraten junge Menschen durch Gewalttaten in die Schlagzeilen. Während die Wirkung von Computerspielen als Ursache heute kaum noch Bestand hat, rücken soziale, gesellschaftliche und politische Einflussfaktoren stärker in den Fokus.

Fernsehen | Der Reality-TV-Klassiker Big Brother markierte einen Wendepunkt in der globalen Fernsehgeschichte und etablierte zentrale Trends, die bis heute prägend sind. Der Beitrag zeichnet die wichtigsten Entwicklungen nach und zeigt auf, wie das Format Fernsehen, Zuschauerverhalten und die Wertschöpfungskette der Medien nachhaltig verändert hat.

KI im Jugendschutz | „Gefährlich: ja oder nein?“ Bei der Beantwortung dieser Frage setzen die Jugendschutzbeauftragten von RTL Deutschland auch auf Künstliche Intelligenz. Die Eigenentwicklung Merm:ai:d sichtet Videomaterial in erstaunlicher Präzision und Effizienz unter Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und ist Vorreiter auf dem deutschen Medienmarkt. Perfekt ist sie aber nicht.

Games | Videospiele können stark machen. Müssen sie aber nicht. Wann ist die Nutzung von Games gesund? Wer das beantworten will, muss sich kritisch und differenziert mit einzelnen Spielen auseinandersetzen – aber auch mit den Spielenden und der Spielsituation.

Cybergrooming | In der Sendung Angriff auf unsere Kinder – Der Feind im Chat (bei RTL+) zeigt Moderator Steffen Hallaschka mithilfe von sogenannten „Lockvögeln“, wie schnell Kinder im Netz Opfer von Cybergrooming werden können. Im Interview spricht er über Täterstrategien, die Rolle der Eltern und die unzureichenden Schutzmaßnahmen vieler Plattformen.

Jugendschutz im Internet | Alterskontrollen für alle lösen keine Probleme, sondern schaffen neue. Im Mittelpunkt vom Jugendmedienschutz sollte die Frage stehen, welche Informationsangebote den Bedürfnissen von Jugendlichen gerecht werden.

Jugendschutz im Internet | Altersverifikation gilt zunehmend als Allheilmittel im Jugendmedienschutz – doch zivilgesellschaftliche und wissenschaftliche Stimmen zeigen: Die Umsetzung im Netz ist komplex. Ein Beitrag von Stephan Dreyer beleuchtet Chancen und Grenzen in fünf Thesen.
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