Werner C. Barg
Ein Blick in die Programme der TV-Mediatheken, der Streamingdienste und sogar der Kinos zeigt: Es gibt einen stetig wachsenden Trend zum Dokumentarischen. Der Beitrag geht dem nach.

Games | Auf den ersten Blick könnte es einfach sein: Populäre Videospiele und Kinofilme haben große Schnittmengen bei Themen, Ton und Publikum. Doch für sehr lange Zeit scheiterten die meisten Versuche, das eine ins andere zu adaptieren. Langsam, aber sicher hat sich die Lage deutlich geändert.

TV-Unterhaltung | Der Dokumentarfilm Was haben wir gelacht (Kinostart: 16. Juli) blickt aus weiblicher Perspektive auf die Rolle der Frau in der Fernsehunterhaltung der 1990er- und 2000er-Jahre. Viele Ausschnitte zeigen, wie misogyn und homophob diese Zeit war. Im Interview erzählt Bettina Böttinger von ihren Erfahrungen.
Ohne die mediale Berichterstattung hätten Sportereignisse wie die laufende Fußballweltmeisterschaft nicht so eine große Bedeutung. Im WM-Jahr 2018 widmete sich mediendiskurs (noch unter dem Namen tv diskurs) dem Zusammenspiel von Sport und Medien. Nicht nur die folgenden drei Beiträge der Ausgabe 86 sind nach wie vor aktuell:

Fußball ist ein Massenereignis, das bei Weltmeisterschaften auch diejenigen mitfiebern lässt, die sich eigentlich nicht für diesen Sport interessieren. Was macht den Fußball so erfolgreich? Dr. Gunter Gebauer, Professor am Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin, hat sich seit Jahren mit dieser Frage beschäftigt.

Die ethische und gesellschaftliche Vorbildfunktion von Schiedsrichter:innen sollte nicht unterschätzt werden: Sie lehren uns die Regeln des Fair Play. Zugleich erweist sich ihre Aufgabe als geradezu paradox: Sie sollen einen Wettkampf berechenbar machen, der seine ganze Faszination daraus zieht, dass sein Ausgang unberechenbar bleibt. Aber auch damit erteilen sie uns eine wichtige Lektion fürs Leben.

Warum strömen Menschen bei Wind und Wetter in die Fußballstadien, obwohl sie die Spiele zu Hause live im TV ansehen könnten? Es muss etwas ganz Besonderes sein, wenn man ins Stadion geht. Was man bekommt, ist ein Erlebnis. Alle Sinne werden bedient, viele Emotionen angesprochen. Das gibt es zu Hause auch auf dem größten Bildschirm nicht.

Körperbilder + Medien | Was sind Körperwahrnehmungsstörungen? Das Sprechen darüber hat in den letzten Jahren an Konjunktur gewonnen. Dabei weist das Störungsbild eine mehr als hundertjährige Geschichte auf, die uns auch etwas über den Umgang mit Medien verrät.ich.

Ästhetische Eingriffe + Medien | mediendiskurs sprach mit Dr. med. Nuri Alamuti, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, über die Risiken von Schönheitsoperationen, über Schönheitsideale und die Frage, warum medienaffine Ärzt:innen nicht zwangsläufig die besten ihres Fachs sind.

Beauty-Formate | Schönheit ist im Fernsehen längst kein bloßes Thema mehr – sie ist ein System. Sie strukturiert Erzählungen, organisiert Aufmerksamkeit und definiert, wer sichtbar wird und wer nicht. Wer im Jahr 2026 durch Programme und Mediatheken scrollt, sieht dort nicht einfach Menschen, sondern kuratierte Körper: bearbeitet, bewertet, verbessert – oder zumindest auf dem Weg dorthin. Folgender Beitrag analysiert Beauty-Formate aus Perspektive des Jugendmedienschutzes.

Kennzeichnungspflicht | Kennzeichnungen für manipulierte und KI-Bilder wirken nicht in jedem Kontext gleich. Die Wirkungsforschung zu retuschierten Schönheitsdarstellungen zeigt, dass Disclaimer den sozialen Vergleich eher verstärken als unterbrechen. Dieser Bumerang-Effekt scheint aber eine Eigentümlichkeit des Beauty-Kontexts zu sein und lässt sich nicht pauschal auf die KI-Kennzeichnungspflichten des AI Act übertragen: Nicht jedes Kennzeichen wirkt in jedem Kontext gleich.
Die neue Printausgabe ist erschienen!
U. a. mit Beiträgen von

Medien + Ethik | Medienethische Fragen spielen im Jugendschutz eine wichtige Rolle. Das zeigt sich nicht nur bei der Forderung nach einem Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche, sondern auch in aktuellen Debatten um Deepfakes. Wie reagiert die Medienethik auf solche Debatten und technologischen Entwicklungen? Hat sie Antworten auf Fragen, die sich durch Algorithmen, Bildmanipulationen, Deepfakes und KI ergeben?

Altern + Medien | Die Lebenswelt wird digitaler, die Gesellschaft „grauer“, d. h. mit dem demografischen Wandel im Schnitt immer älter. Ob und wie das zusammengeht, darum geht es in diesem Beitrag.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk | Der Journalist Tilo Bernhardt plädiert mit seinem Buch Sieben Vorschläge für einen besseren öffentlich-rechtlichen Rundfunk für eine dringende Reform von ARD und ZDF. Im Interview analysiert er, warum die seiner Ansicht nach allzu einseitige Berichterstattung etwa über Corona oder den Ukraine-Krieg viele Menschen der AfD geradezu in die Arme getrieben hat.

Serie | In PLUR1BUS nimmt Vince Gilligan seine Zuschauer:innen mit auf eine Reise in eine dystopische, nicht allzu ferne Zukunft und erzählt mit cineastischen Bildern und in langsamen Tempo von einer Welt, in der die großen Probleme zwar gelöst sind, aber das Individuum ausgelöscht wurde. Damit adressiert die Serie eindrücklich eine Reihe ganz aktueller gesellschaftlicher Fragen.

Games + Selbstoptimierung | Folge diesen simplen Schritten für ein Happy End: Das autobiografische Videospiel Consume Me von Jenny Jiao Hsia und AP Thomson erzählt zugespitzt von einer Jugend zwischen Selbstoptimierung und Essstörung. Einfachen Lösungen verweigert es sich.

Kinder- und Jugendfilm | Bei der Berlinale 2026 wurden in der Sektion „Generation" Kplus 41 Kurz- und Langfilme präsentiert, die einen genaueren Blick auf den Kinder- und Jugendfilm abseits des Kinomainstreams ermöglichten. Mit dieser Sektion, gibt die Berlinale einer besonders kinoaffinen Zielgruppe die Möglichkeit zu einer diverseren Filmsozialisation.

Film | Der Beitrag beleuchtet anhand aktueller Filme im Kino und Stream, wie Filmemacher in ihren Erzählungen die gegenwärtigen gesellschaftlichen Veränderungen und Krisenzustände thematisieren, kommentieren und zu bewältigen versuchen.
Manuel Castells:
Die digitale Gesellschaft. Eine kritische Einführung (Barbara Budrich)
Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. (BAJ):
Sexuelle Grenzverletzungen (online)
Leif Kramp/Stephan Weichert:
Lernbuch Digitale Resilienz. Wie Eltern und ihre Kinder souveräner im Umgang mit dem Internet werden (Herbert von Halem)
Olivia Hägle:
Deep Fakes vor Gericht. Eine persönlichkeits- und urheberrechtliche Untersuchung zum Umgang mit Technologie und Technologiefolgen (Nomos)

KI + Regulierung | Innovationen bei Kommunikationsmedien gab es immer. Aber noch nie hat sich eine Technik so schnell entwickelt wie aktuell die Künstliche Intelligenz. Im Interview spricht Prof. Michael Schwertel über algorithmische Zukunftszenarien, die Chancen und Risiken für Nutzende sowie Verbote und Teilhabe.

Games + Medienkompetenz | Medienkompetenz lässt sich auch spielerisch fördern: zum Beispiel mit Lernspielen (Serious Games), die Themen wie Cybermobbing oder Datenschutz interaktiv erfahrbar machen. Ein Gespräch mit der Mediendidaktikerin Dr. Lisa König – und ein Listicle mit Spielempfehlungen.

Glücksspiel | Mit der Digitalisierung hat sich die Zahl der Glücksspielangebote in den letzten Jahren rasant vervielfacht. Zunächst verboten, sind Online-Glücksspiele seit 2021 frei zugänglich und über den Glücksspielstaatsvertrag geregelt. Dr. Tobias Hayer ist Psychologe und beschäftigt sich an der Universität Bremen mit den verschiedenen Facetten der Glücksspielsucht.

Jugendmedienschutz | Verbote, Altersgrenzen, Age Checks: 2026 erlebt der Jugendmedienschutz ein Comeback der vermeintlich einfachen Lösungen. Stephan Dreyer nimmt in seiner Glosse die politische Sehnsucht nach dem Stopp-Knopf gegen digitales Unbehagen unter die Lupe und zeigt, warum Symbolpolitik beruhigt, aber selten befähigt.

True Crime | In einer Ausstellung über Serienmörder wurden reale Verbrechen in einer Art präsentiert, die vielen Besucher*innen vertraut sein dürfte: Biografien, Tatabläufe und psychologische Deutungen fügen sich zu Erzählungen, wie man sie aus True-Crime-Dokumentationen kennt – nur diesmal nicht auf dem Bildschirm, sondern im realen Raum.

Medien + Forschung | Polit-Talkshows sollen ein Schaufenster politischer und gesellschaftlicher Vielfalt sein – doch wer bekommt tatsächlich das Wort? Der Beitrag untersucht dies am Beispiel der MDR-Sendung Fakt ist!. Die Ergebnisse verweisen auf ein Spannungsfeld, in dem öffentlich-rechtliche Talksendungen zwischen Vielfalt und dem Umgang mit kontroversen Akteuren agieren.

Games + Medienkompetenz | Fast alle Kinder und Jugendliche nutzen Social-Media-Plattformen und Online-Games. Medienkompetenz wird deshalb immer wichtiger – und lässt sich auch spielerisch fördern: zum Beispiel mit Lernspielen, die Themen wie Cybermobbing oder Datenschutz interaktiv erfahrbar machen. Ein Gespräch mit der Mediendidaktikerin Dr. Lisa König – und ein Listicle mit Spielempfehlungen.
mediendiskurs bei Instagram