Aktuelle Themen:
GEWALT  |  ALTERSVERIFIKATION  |  KI  |  SOCIAL MEDIA

 


Reden alle mit?

Eine Langzeitanalyse politischer Vielfalt in der MDR-Sendung „Fakt ist!“

Nina Schmidtmann, Lisa Schmiedlin, Markus Seifert

Medien + Forschung | Polit-Talkshows sollen ein Schaufenster politischer und gesellschaftlicher Vielfalt sein – doch wer bekommt tatsächlich das Wort? Der Beitrag untersucht dies am Beispiel der MDR-Sendung Fakt ist!. Die Ergebnisse verweisen auf ein Spannungsfeld, in dem öffentlich-rechtliche Talksendungen zwischen Vielfalt und dem Umgang mit kontroversen Akteuren agieren: Trotz großer Themenbreite deuten sie darauf hin, dass die Repräsentation parteipolitischer und gesellschaftlicher Vielfalt nicht in allen Bereichen ausgeglichen ist, insbesondere mit Blick auf die AfD und das BSW.

   

Schriftzug „What you seek is seeking you"

Alles ist möglich, außer zweifeln

Manifestation als digitales Erfolgsversprechen

Eva Lütticke

Manifestieren + Social Media | Der Jahresanfang gilt traditionell als Zeit der guten Vorsätze. Neu ist jedoch der Ort, an dem sie heute verhandelt werden: die sozialen Netzwerke. Rund um den Jahreswechsel häufen sich dort Beiträge zu Selfcare-Routinen und Erfolgsgeschichten eines „besseren Ichs“. Ein Versprechen, das dabei besonders häufig auftaucht, soll die Umsetzung erleichtern: die Manifestation.

Füße, deren Nägel rot lackiert sind.

Körperbilder – so alt wie das Kino selbst

Werner C. Barg

Kino | Körperbilder sind so alt wie die Bildenden Künste und die Fotografie, erfuhren aber durch die Erfindung bewegter Filmbilder neue Darstellungsdimensionen, die über den „frozen moment“ des Gemäldes oder des Fotos hinausweisen. Der Beitrag arbeitet anhand historischer und aktueller Filmbeispiele Facetten der Darstellung des menschlichen Körpers heraus, die von jeher konstitutiv für Schaulust und Kinofaszination waren.

   

Sein heißt, medial stattfinden

Gespräch mit Daniel Hajok

Mediennutzung | Daniel Hajok, Professor am Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt, beschäftigt sich in seinem jüngst erschienenen Buch Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt mit einem neuen Sozialisationstypus im Digitalen. mediendiskurs sprach mit ihm über Beziehungen, Kompetenzen, Sorgenfalten und Weihnachtsgeschenke.

Ein Mädchen schaut auf ihr Smartphone.

Zwischen Teilhabe und Überforderung

Birgit Guth, Susanne König-Beller

Mediennutzung | Gewaltdarstellungen, sexualisierte Inhalte, Mobbing und Hassrede treffen im Social Web zunehmend auf jüngere Internetnutzende. Meist bewegen sie sich dabei ohne Begleitung auf den Plattformen. Eine Befragung von 437 Kindern im Alter von 8 bis 15 Jahren zeigt, wie sie mit den Inhalten umgehen. Viele von ihnen fühlen sich auf das, was ihnen online begegnet, nur unzureichend vorbereitet.

Meerjungfrau, hilf!

Senta Krasser

KI im Jugendschutz | „Gefährlich: ja oder nein?“ Bei der Beantwortung dieser Frage setzen die Jugendschutzbeauftragten von RTL Deutschland auch auf Künstliche Intelligenz. Die Eigenentwicklung Merm:ai:d sichtet Videomaterial in erstaunlicher Präzision und Effizienz unter Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und ist Vorreiter auf dem deutschen Medienmarkt. Perfekt ist sie aber nicht.

   

„Der digitale Raum ist kein rechtsfreier Raum.“

Gespräch mit Gesa Gräfin von Schwerin

Medienbildung | Die Rechtsanwältin Gesa Gräfin von Schwerin klärt mit ihrem Präventionsprojekt  „Law4School“ Schüler:innen, Eltern und Lehrkräfte über Rechte und Pflichten im digitalen Raum auf. Im Gespräch mit mediendiskurs wird deutlich, dass das Thema „digitale Gewalt“ in der Bildungspolitik, insbesondere in der Lehramtsausbildung, bislang kaum berücksichtigt wird.

Eine Frau liegt im Chaos unter einem Wäscheberg.

„ADHS ist in den sozialen Medien weniger eine medizinische Kategorie als eine bestimmte Art, Mensch zu sein“

Theo Parker

ADHS & Social Media | Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird auf Social Media neu verhandelt: Zwischen Selbstdiagnosen, „Superpower“-Erzählungen und Community-Begriffen entstehen Deutungsräume, die weit über die medizinischen Kriterien hinausreichen.

   

mediendiskurs 112, 2/2025

Rache

Vergeltung in den Medien

Rache fasziniert als soziales, kulturelles und psychologisches Phänomen. Sie bewegt sich im Spannungsfeld von Schmerz, Gerechtigkeit und Gewalt, zwischen spontaner Emotion und öffentlicher Inszenierung.

mediendiskurs untersucht, weshalb Vergeltung und Gewalt eine so nachhaltige Faszination ausüben und wie sie in medialen und sozialen Kontexten auf unterschiedlichste Weise verhandelt werden. Rache erscheint dabei nicht nur als Handlungsmotiv, sondern auch als kultureller Reflex auf Macht, Ungerechtigkeit und das Bedürfnis nach Ordnung. So sind Racheszenarien in den Medien immer auch ein Spiegel ihrer Zeit und offenbaren, wie in Gesellschaft und Öffentlichkeit gerade über Gerechtigkeit, Verantwortung und emotionale Gewalt gedacht wird.

   

   

Digitale Helfer statt Therapieplatz

Joachim von Gottberg

KI + Gesundheit | Psychische Erkrankungen nehmen vor allem bei Jugendlichen rasant zu. Therapieplätze sind allerdings knapp. Für viele sind deshalb digitale Hilfsangebote ein Versuch, auch ohne ärztliche Hilfe psychische Krisen zu überwinden. Ergänzend bieten  zahlreiche mehr oder weniger qualifizierte Fachleute in den sozialen Netzwerken ihre Hilfe an. Das kann aber zum Problem werden.

7 Fragen an...

7 Fragen an Marc Jan Eumann

Mediennutzung | Dr. Marc Jan Eumann ist Direktor der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Seit vielen Jahren publiziert Marc Jan Eumann zu Aspekten der Medienregulierung, zur digitalen Gesellschaft und zur Zukunft des Journalismus. Der mediendiskurs-Redaktion hat er verraten, was er sich im TV immer wieder ansehen kann und wann er auf jeden Fall weiterzappt.

Illustration von Blasen in verschiedenen Größen, die sich verformen.

Die Transformation von Film und Fernsehen in der Streaming-Ära

Lothar Mikos

Streaming | Auf einer internationalen Tagung in Bologna diskutierten über 100 Medienwissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftler die tiefgreifenden Veränderungen von Film und Fernsehen im Zeitalter des Streamings. Im Mittelpunkt standen Plattformen wie Netflix, aber auch lokale Anbieter. Der Bericht gibt Einblick in aktuelle Trends und Forschungsperspektiven.

   

Eine Menschenmenge im Treppenhaus

„Empathie ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält“

Gespräch mit Jürgen Grimm

Medien + Gewalt | Das Gewaltniveau und die Gewaltakzeptanz in der Gesellschaft sind in den letzten Jahren gestiegen, konstatiert Prof. i. R. Dr. Jürgen Grimm. Welche Rolle dabei die Medieninhalte spielen und inwiefern ihre Wirkungen sich verändert haben, hat mediendiskurs mit ihm besprochen.

Das von KI generierte Bild zeigt Trump, wie er neben einer orangefarbenen Katze sitzt und aus einer Bowl isst.

Gefährdete Gewissheiten

Jeanette Hofmann

Desinformation | Desinformation ist kein neues Phänomen, doch im digitalen Zeitalter erhält sie neue Bedeutung. Jeanette Hofmann zeigt, warum das gängige Narrativ von verführten Wähler:innen zu kurz greift, welche Rolle populistische Politik und Polarisierung spielen und weshalb Desinformation weniger Täuschung als Ausdruck politischer Strategien ist.

   

   
 

Hände halten Spielcontroller

Gesund durch Games?

Jan Bojaryn

Games | Videospiele können stark machen. Müssen sie aber nicht. Wann ist die Nutzung von Games gesund? Wer das beantworten will, muss sich kritisch und differenziert mit einzelnen Spielen auseinandersetzen – aber auch mit den Spielenden und der Spielsituation.

Zwei Mädchen sitzen im Kinderzimmer

„Die Schutzmaßnahmen sind lächerlich.“

Gespräch mit Steffen Hallaschka

Cybergrooming | In der Sendung Angriff auf unsere Kinder – Der Feind im Chat (bei RTL+) zeigt Moderator Steffen Hallaschka mithilfe von sogenannten „Lockvögeln“, wie schnell Kinder im Netz Opfer von Cybergrooming werden können. Im Interview spricht er über Täterstrategien, die Rolle der Eltern und die unzureichenden Schutzmaßnahmen vieler Plattformen.

   
 

Altersverifikation
 

Jugendliche sitzen auf einer Bank. Sie schauen auf ihr Smartphone (Bild: Joao Viegas/Unsplash)

Die trügerische Sicherheit von Alterskontrollen im Netz

Sebastian Meineck

Jugendschutz im Internet | Alterskontrollen für alle lösen keine Probleme, sondern schaffen neue. Im Mittelpunkt vom Jugendmedienschutz sollte die Frage stehen, welche Informationsangebote den Bedürfnissen von Jugendlichen gerecht werden.

Tor im Zaun mit Blick aufs Meer

Virtuelle Schranken oder offene Scheunentore

Stephan Dreyer

Jugendschutz im Internet | Altersverifikation gilt zunehmend als Allheilmittel im Jugendmedienschutz – doch zivilgesellschaftliche und wissenschaftliche Stimmen zeigen: Die Umsetzung im Netz ist komplex. Ein Beitrag von Stephan Dreyer beleuchtet Chancen und Grenzen in fünf Thesen.

   

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